Instrumente

Bildbeschreibung

Die Orgeln der Banter Kirche

Bildbeschreibung

Lutherorgel 1934

 





Hauptwerk von C ->  f ´´´

 

Rückpositiv C -> f ´´´

1.

Quintade

16 ´

 

1.

Quintatön

8 ´

2.

Principal

8 ´

 

2.

Principal

4 ´

3.

Gedeckt

8 ´

 

3.

Rohrflöte

4 ´

4.

Hohlflöte

8 ´

 

4.

Spitzflöte

2 ´

5.

Oktave

4 ´

 

5.

Quinte

11/3 ´

6.

Gemshorn

4 ´

 

6.

Sifflöte

1 ´

7.

Quinte

22/3  ´

 

7.

Terzzymbel 3-fach

 

8.

Oktave

2  ´

 

8.

Krummhorn

8 ´

9.

Mixtur 4-5-6fach

 

 

 

 

 

10.

Trompete

8 ´

 

 

 

 

 

Hinterwerk von C ->  f ´´´´ durchgeführt

 

Pedal von C -> d ´

1.

Rohrflöte

8 ´

 

1.

Violin

16 ´

2.

Schwebung

8 ´

 

2.

Echobass

16 ´

3.

Prestant

4 ´

 

3.

Gedeckt

8 ´

4.

Nachthorn

2 ´

 

4.

Oktave

4 ´

5.

Blockflöte

2 ´

 

5.

Mixtur 3-fach

 

6.

Nasat

22/3 ´

 

6.

Posaune

16 ´

7.

Terz

13/5 ´

 

7.

Singend Kornett

2 ´

8.

Glöckleinton

1 ´

 

8.

Waldflöte

2 ´

9

Scharff 3-fach

 

 

 

 

 

10

Oboe

8 ´

 

 

 

 

11

Vakant

 

 

 

 

 

 

Koppeln:

1.            Hinterwerk - Hauptwerk

2.            Rückpositiv - Hauptwerk

3.            Hinterwerk - Rückpositiv

4.            Hauptwerk an Pedal

5.            Hinterwerk an Pedal

6.            Rückpositiv an Pedal

7.            Oberoktavkoppel - Hinterwerk (durchgeführt bis f´´´´)

8.            Oberoktavkoppel - Hinterwerk an Hauptwerk

9.            Oberoktavkoppel - Hauptwerk

10.          Hauptwerk - Rückpositiv

 

Spielhilfen:

1.            Handregistratur

2.            Freie Einstellung 1

3.            Freie Einstellung 2

4.            Walze

5.            Walze 

6.            Koppeln an Walze

7.            Jalousieschweller            Schwelltritt

 

Bildbeschreibung

Orgel 1953

 

 

Hauptwerk von C ->  f ´´´

 

Rückpositiv C -> f ´´´

1.

Quintade

16 ´

 

1.

Gedackt

8 ´

2.

Principal

8 ´

 

2.

Praestant

4 ´

3.

Rohrflöte

8 ´

 

3.

Rohrflöte

4 ´

4.

Oktave

4 ´

 

4.

Flachflöte

2 ´

5.

Gemshorn

4 ´

 

5.

Quinte

11/3 ´

6.

Oktave

2 ´

 

6.

Scharff 3-4-fach

 

7.

Sesquialtera

2f

 

7.

Krummhorn

8 ´

8.

Mixtur

6f

 

 

 

 

9.

Zimbel

3f

 

 

 

 

10.

Trompete

8 ´

 

 

 

 

 

Hinterwerk von C ->  f ´´´

 

Pedal von C -> f ´

1.

Quintade

8 ´

 

1.

Subbass

16 ´

2.

Gedackt

8 ´

 

2.

Oktavbass

8 ´

3.

Prinzipal

4 ´

 

3.

Gedacktbass

8 ´

4.

Tertian 2-fach

2 ´

 

4.

Choralbass

4 ´

5.

Helle Mixtur

3f

 

5.

Nachthorn

2 ´

6.

Oktave

1 ´

 

6.

Rauschpfeife

4f

7.

Regal

8 ´

 

7.

Fagott

16 ´

 

 

 

 

8.

Trompete

4 ´

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5 Normalkoppeln

 

 

Orgel ab 1967

 

 

Hauptwerk von C ->  a ´´´

 

Brustwerk (Schweller)

1.

Pommer

16 ´

 

1.

Holzgedackt

8 ´

2.

Prinzipal

8 ´

 

2.

Hartpfeife

8 ´

3.

Rohrflöte

8 ´

 

3.

Rohrflöte

4 ´

4.

Oktav

4 ´

 

4.

Nasard

22/3 ´

5.

Gemshorn

4 ´

 

5.

Prinzipal

2 ´

6.

Sesquialtera

2f

 

6.

Quinte

11/3 ´

7.

Oktav

2 ´

 

7.

Aliquot

3f

8.

Mixtur

6f

 

8.

helle Mixtur

 

9.

Zimbel

3f

 

9.

Regal

8 ´

10.

Trompete

8 ´

 

 

 

 

 

Rückpositiv

 

Pedal von C -> g´

1.

Quintade

8 ´

 

1.

Subbass

16 ´

2.

Gedackt

8 ´

 

2.

Oktave

8 ´

3.

Prinzipal

4 ´

 

3.

Gedacktbass

8 ´

4.

Tertian 2-fach

2 ´

 

4.

Choralbass

4 ´

5.

Helle Mixtur

3f

 

5.

Nachthorn

2 ´

6.

Oktave

1 ´

 

6.

Posaune

16 ´

7.

Regal

8 ´

 

7.

Rauschpfeife

 

 

 

 

 

8.

Trompete

4 ´

 

 

 

 

 

 

 

 

Tremulant

 

 

 

5 Normalkoppeln

 

 

 

 

 

 

 

 

elektrische Registratur

5 Setzerkombinationen

2 Pedalkombinationen

Zungenabstelkler

Tutti, Plenum

 

 

Die Orgeln in Bant sind eng mit dem Leben und Wirken des im Jahre 1974 verstorbenen Wilhelmshavener Orgelbaumeisters Alfred Führer verbunden, der für seine Orgeln internationale Wertschätzung erlangte.


Nach der Fertigstellung des Kirchenraumes wollte die Kirchen-gemeinde Bant baldmöglichst eine Orgel haben. Das erste Instru-ment der Banter Kirche, von dem berichtet wird, stammte bereits aus dem Jahr 1900 und wurde von dem Oldenburger Orgelbauer Johann Martin Schmid erbaut.


Aber schon 1922 wurde es durch die Hannoversche Firma Furtwängler und Hammer umgebaut. Bei diesen Arbeiten schaute der aus Bant stammende damalige Tischlerlehrling Alfred Führer zu. Beeindruckt durch diese handwerkliche Kunst beschloss er, den Beruf des Orgelbaumeisters zu erlernen.


Im Jahre 1933 ließ er sich nach erfolgreicher Ausbildung mit seiner Werkstatt in der Banter Gemeinde nieder. Bereits 1934 entstand in der Banter Kirche - zunächst mit 36 klingenden Registern - die sogenannte Lutherorgel.


Dieses Instrument war kein eigentlicher Neubau; in der Hauptsache wurde auf Material der vorhandenen pneumatischen Orgel zurück-gegriffen, das durch den Umbau in seiner Wirkung modernisiert wurde. Geradezu vorbildlich für diese Zeit und für die hiesige Gegend war die in Zusammenarbeit mit dem damaligen Organisten Georg Hackstette entworfene Disposition: 


Erstmals wurde auf den bisher üblichen gefühlsmäßig-orchestralen Klang zu Gunsten eines klaren typischen Orgelklanges verzichtet. Die Orgel galt lange Zeit als Vorbild des Orgelbaus in Oldenburg und Friesland.

 

Am 27. Oktober 1934 ertönte die sogenannte Lutherorgel zum ersten Mal anlässlich der Trauung von Orgelbaumeister Alfred Führer mit Liddy Stecker.


Die Freude der Gemeinde an dieser ausgewogenen Orgel war jedoch nur von kurzer Dauer: Am 15. Oktober 1944 verbrann­te die Lutherorgel, als die Banter Kirche durch Fliegerbomben zerstört wurde. Einige noch brauchbare Teile wurden in Sicherheit gebracht, es war zunächst geplant, die alte Lutherorgel wieder aufzubauen.


Orgelbaumeister Alfred Führer erhielt bereits am 17. Oktober 1945 den Auftrag, für die in der Ruine im Turm eingerichteten Notkirche eine kleine Orgel zu bauen. Die Fertigstellung verzögerte sich aber wegen der bestehenden wirtschaftlichen Probleme immer wieder. Letztendlich konnte im Juli 1947 diese Not-Orgel geliefert werden: Sie befand sich über der Eingangstür der Kirche und besaß 16 Register, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt waren. Die Traktur war noch pneumatisch wie bei den beiden früheren Orgeln. Bis zur baulichen Wiederherstellung der Banter Kirche im Jahr 1953 diente das Instrument als Gottesdienstbegleitung aber auch für kleine Konzerte.


Im Jahr 1953 erhielt die Banter Kirche eine neue dreimanualige mechanische Schleifladenorgel. Wiederum hatten Kantor Hackstette und Orgelbauer Führer gemeinsam eine Disposition für das 32 Register umfas­sende Instrument entworfen. Am 20. De­zember 1953 wurde die Orgel eingeweiht und am gleichen Tage von Landeskirchen­musikdirektor Dr. Wissig aus Oldenburg geprüft. Dieser nannte die Orgel ein "selten schönes Werk bester deutscher Orgelbau­kunst".


Die Ansicht der Orgel ließ nun den Aufbau nach dem sogenannten Werkprinzip erkennen und das Gehäuse zeigte bereits Anlehnung an die Tradition des norddeut­schen Barock. Auch sonst war das Instru­ment noch weit mehr als die „Lutherorgel“ vom klassischen norddeutschen Orgelbau und von Einflüssen der sogenannten Orgel­bewegung geprägt.


Die neue Banter Orgel hatte für den gesamten norddeutschen Raum lange Zeit eine beachtliche Vorbildfunktion. So kam es zu u.a. auch zahlreichen Rundfunkaufnahmen in der Banter Kirche.


Bald aber tauchte ein neues Problem auf: Schon nach 12 Jahren wurde jedoch festgestellt, dass die eingebaute neue Kirchenheizung große Schäden an der Orgel angerichtet hatte. Die Wind­laden waren den extremen Bedingungen nicht gewachsen und mussten erneuert werden. Sicherlich war dies auch eine Folge des in der Nachkriegszeit nicht ausreichend zur Verfügung stehenden Materials. Eine Erneuerung war letztendlich nicht zu vermeiden und so bot sich 1967 im Rahmen einer notwendigen Reparatur die Gelegenheit zu einem erweiternden Umbau an.


Der zu diesem Zeitpunkt als Kantor an der Banter Kirche tätige Wilfried Heine und Orgelbaumeister Führer entwarfen gemeinsam den Plan für die Änderungen. Ziel war nicht nur die entsprechenden Sanierung, sondern darüber hinaus die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Bandbreite der angemessen darzustel­lenden Orgelliteratur vergrößert werden konnte.


Die bisher rein mechanische Orgel erhielt nun eine elektrische Registertraktur und fünf Setzerkombinationen. Zusätzlich zwei Setzerkombinationen für das Pedal. Außer­dem wurden weitere Spielhilfen als feste Kombinationen eingebaut. Hierdurch war für den Spieler nun auch ein rascher Wechsel der verschiedenen Klangfarben möglich, ohne in jedem Fall die Hilfe eines Registran­ten zu beanspruchen. Das Brustwerk erhielt einen Schwellkasten und drei neue Register (Harfpfeife 8', Nasard 22/3 und Aliquot 3fach). Die Dispo­sition wurde somit auf 35 klingende Stim­men erweitert.


Der Tonumfang aller Klavia­turen wurde ausgeweitet: In den Manualen um eine große Terz, im Pedal um eine große Sekunde. Zwischen Rückpositiv und Brustwerk wurden einige Stimmen aus­getauscht. Auf diese Weise gibt es nun auf jedem Manual mindestens eine Kornett ­Möglichkeit, so dass das Manko der relativ geringen Anzahl an Zungenstimmen (etwa bei französischer Orgelmusik) nicht mehr so stark ins Gewicht fällt.


Hauptwerk und Pedal blieben weitge­hend unverändert, nur die Quintade 16 wurde klanglich gemildert und so zu einem Pommer 16' umgearbeitet. Durch alle die­se Änderungen war es nun möglich, Orgelmusik aller Stilepochen auf der Orgel darzustellen.


Die Posaune 16' stellte allerdings einen klanglichen Störfaktor dar. In Wirklichkeit war sie nur dem Namen nach eine Posaune; es verbarg sich dahin­ter das alte Fagott der Orgel von 1953. Da inzwischen wieder bessere Materialien zur Verfügung standen als in den fünfziger Jahren, wuchs die Unzufriedenheit mit dem bestehenden Zustand.


Im Jahr 1979 wurde das Register entfernt und eine neue Posaune eingebaut. Diese Veränderung ließ nun aber die Schwächen anderer Zungenstimme deutlicher hervortreten. So wurde zunächst 1981 das alte Krummhorn gegen ein neues Krummhorn ausgetauscht. 1986 erfolgte im Zuge einer Gene­ralreinigung der Einbau einer neuen Trompete 8 ', die eine weitere Abrundung des Gesamtklanges bewirkt.


Die Banter Orgel gilt nach wie vor als eine der größten und schönsten Orgeln des Oldenburger Landes.